Ortsverein & Bereitschaft Spechbach        
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Chronik der DRK-Bereitschaft und des Ortsvereines Spechbach

zum 40jährigen Jubiläum am 07.07. und 08.07.2007

Im Jahre 1966 wurde vom damaligen Kreisverein Heidelberg eine Initiative gestartet, um auf den Dörfern Rotkreuzbereitschaften zu gründen. Der damalige Kreis- bereitschaftsführer Hans Mack und die Kreisbereitschaftsführerin Gabriele Porak de Varne wurden in den Gemeindeverwaltungen vorstellig und regten diese Initiative an. Auch in Spechbach wurde diese Idee aufgegriffen. Es fand sich eine kleine Gruppe Interessierter zusammen, die in dem folgenden Jahr 1967 die Bereitschaft und den Ortsverein Spechbach gründeten.

Die ersten Bereitschaftsführer waren 1967 Michael Steringer und Lina Herbold. Gleichzeitig formierte sich der Ortsverein als Verwaltungseinheit unter dem ersten Vorsitzenden Werner Jüngling und dessen Vertreter Alfred Halter. Weitere Vorstands- mitglieder waren die Kassiererin Helga Engert, jetzt Zimmermann und kraft Amtes Michael Steringer und Lina Herbold. Zu den 14 Aktiven der ersten Stunde gehörten außerdem Irmgard Ernst, jetzt Renner, Renate Ernst, jetzt Schmitt, Ursula Ernst,Ursula Braun, Werner Steringer, Margarete Treibel, Adelheid Halter, Zita Halter, jetzt Schmelz, Klaus Fischer und Richard Heiß.

Die Erstausstattung im Wert von 400,- DM wurde vom Kreisverein Heidelberg gestiftet.

Nach einer Grundausbildung in Erste Hilfe und im Sanitätsdienst entschied man sich dazu, Renate Ernst nach Pfalzgrafenweiler auf die Landesschule zu schicken um die Qualifikation als Erste Hilfe Ausbilderin zu erlangen. Damit war eine solide Arbeits- grundlage für die Bereitschaft geschaffen.

Einige Zeit später fand ein Wechsel in der Vorstandschaft statt. Werner Jüngling wurde von Werner Herbold abgelöst. Dieser übernahm dann für viele Jahre den Vorsitz.

Herbolds Leitsatz ist bis heute: “Von der Erfahrung der Alten kann man profitieren, die Zukunft liegt jedoch in der Jugend“. Dieser Leitsatz führte dazu, dass man erste Schritte zur Gründung eines Jugendrotkreuzes unternahm. Unter der Federführung von Renate Schmitt, Trudbert Halter und Käthe Barth fanden sich in kurzer Zeit ca. 20 Jugendliche zusammen, die unter der Schirmherrschaft des Roten Kreuzes bei Spielen, Übungen und Bastelabenden ihre Freizeit gestalteten .Treffpunkt war immer Montag 19 Uhr in der alten Schule. Nach kurzer Zeit hatte die Spechbacher JRK-Gruppe einen hervorragenden Ruf im ganzen Kreisverein und nahm auch regelmäßig an Leistungsvergleichen mit sehr gutem Erfolg teil. Ebenso war Spechbach bei den Kreiszeitlagern immer stark vertreten. Ein vom JRK organisierter Ausflug führte bis nach Berlin und dort zu einem Nena-Konzert.

Den JRKlern eiferte die Bereitschaft nach. Bei Leistungsvergleichen des Kreisvereines nahmen teilweise mehrere Gruppen aus Spechbach teil und erzielten beachtliche Erfolge. Neben den Leistungsspangen in Silber errang eine Gruppe aus Spechbach sogar den Wanderpokal des Kreisvereines. Neben diesen Aktivitäten bei Wettbewerben kam die Teilnahme an örtlichen Veranstaltungen nicht zu kurz. Ob bei Kerweumzügen, Faschingsveranstaltungen oder Dorfabenden, das DRK war immer mit Beiträgen vertreten. Bereitschaftsdienste bei solchen Veranstaltungen wie auch bei Fußballspielen wurden selbstverständlich geleistet. Zu den Höhepunkten des Jahres zählte auch das Scheunenfest im Anwesen Herbold bzw. Bäckerei Pfahl. Diese Veranstaltung war weit über die Grenzen Spechbachs hinaus beliebt und bekannt. Selbst aus Eppelheim reisten Festbesucher mit dem Bus an.

In den letzten 40 Jahren wurden insgesamt 12 junge Männer vom Wehrdienst freigestellt und für die entsprechende Zeit zur Rotkreuzarbeit in Spechbach und dem Katastrophenschutz verpflichtet. Dies waren: Werner Steringer, Martin Orth, Gerhard Eckel, Günter Fucker, Peter Jungmann, Trudbert Halter, Klaus Dick, Gregor Orth, Gunnar Ziegler, Rolf Kischlat, Henry Ziegler und Roger Keppner.

Wenige Jahre nach der Gründung konnte sich das DRK in der Bevölkerung schon einer so großen Akzeptanz erfreuen, dass man sich entschloss, eine Spendenaktion für ein Fahrzeug ins Leben zu rufen. Mit Unterstützung der Gemeinde in Höhe von 3000,- DM wurden Spenden gesammelt, die den Kauf eines VW-Busses ermöglichten. Die Übergabe dieses Fahrzeuges fand am 24.03.1974 im Beisein von Vertretern des Kreisvereines und der Presse statt. Das Fahrzeug wurde dem Katastrophenschutz unterstellt und diente künftig als Behelfskrankenwagen, Material- und Mannschafts- transportfahrzeug.

Dank der Pflege und regelmäßigen Inspektion ist das Fahrzeug, das heute in den Kreis der Oldtimer eingereiht wird, immer noch fahrbereit und zeigt einen Kilometerstand mit erstem Motor von 25.500 auf. Durch den Wandel der Technik und den Vorgaben zur Bestückung eines solchen Fahrzeuges ist der Einsatz jedoch nicht mehr zeitgemäß. Durch die großzügige Spende eines Gönners des DRK ist es uns jetzt möglich, den VW-Bus in den wohlverdienten Ruhestand zu verabschieden und mit einen neuen Fahrzeug und neuen Aufgaben nach 40 Jahren wieder durchzustarten.

Nachdem die DRK-Bereitschaft sich im Zeitraum von Mitte der 80er bis Mitte der 90er Jahre im Dornröschenschlaf befand, erlebte Spechbach eine Auferweckung mit der Wiederaufnahme der Blutspendetermine Mitte der 90er Jahre. Die Blutspendenaktionen werden zwischenzeitlich regelmäßig 2mal jährlich mit gutem Erfolg durchgeführt.

Bei jedem Spendentermin können durchschnittlich 100 Blutkonserven verzeichnet werden.

Neben der alljährlichen Haussammlung ist das Entgelt für die Blutspendetermine die Basis für die Arbeit der Bereitschaft. Außerdem verbleibt ein Teil der Mitgliedsbeiträge der passiven Mitglieder des Ortsvereins in Spechbach. Zurzeit gibt es in Spechbach 155 passive Fördermitglieder und 21 aktive Bereitschaftsangehörige.

Nicht vergessen werden dürfen zahlreiche Einzelspender, die bestimmte Teilbereiche wie z. B. die Seniorenarbeit oder das “Helfer vor Ort“ System mit zweckgebundenen Spenden unterstützen. Für diese Spenden möchten wir uns auch auf diesem Wege herzlich bedanken.

Ab morgen, Sonntag 08.07.2007, startet das „Helfer vor Ort“ System in Spechbach. Damit hat die Bevölkerung bei der Erstversorgung in medizinischen Notfällen einen entscheidenden zeitlichen Vorteil. Vor dem Notarzt kommen ausgebildete ehrenamtliche Spechbacher Bereitschaftsmitglieder zum Notfallpatienten und überbrücken mit vorhandenem medizinischem Gerät und speziellem Fachwissen die Zeit bis zu dessen Eintreffen. Die Alarmierung erfolgt über digitale Meldeempfänger durch die integrierte Leitstelle Ladenburg.